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Beendet: Ghost Recon: Future Soldier

Publisher Ubisoft | Entwickler Red Storm
Genre: Shooter / Third-Person | Plattform: PC(Test) / PS 3 / Xbox 360
Release: Mai 2012 | Preis: ca. 12-15 € | Website

Vor 15 Jahren veröffentlichte Tom Clancy seinen Roman Rainbow Six und schon im gleichen Jahr erschuf Ubisoft ein Franchise, das heute aus vielen verschiedenen Serien besteht und zu den wichtigsten Marken des Publishers gehört. Drei Jahre danach kam dann Ghost Recon, das zwar ebenfalls ein Taktik-Shooter war, aber auf militärische Operationen in offeneren Settings setzte. Neben SWAT sind diese beiden Serien lange Zeit der Inbegriff des Taktik-Shooter-Genres gewesen, doch Ubisoft reichte das offenbar nicht und man schielte neidisch auf die Verkaufszahlen von Activisions modernen Call of Duty Teilen. Das Ergebnis ist ein Shooter, der weder den Erwartungen der Serien-Fans gerecht wird noch das typische Action-Feuerwerk eines Call of Duty bieten kann.

pc ghost recon future soldier deckung s

In Ghost Recon ging es einst um clevere Planung, das Gespür für die richtige Taktik und ein wenig ums Experimentieren. Die eigentlichen Feuergefechte spielten eher eine untergeordnete Rolle, denn Erfolg hatte man nicht durch tolles Aiming und schnelle Reflexe, sondern durch Geduld und Cleverness. In Future Soldier gibt es all diese Dinge nicht mehr, denn sie könnten ja einige Spieler überfordern. Dafür gibt es jetzt High-Tech-Gadgets wie Tarnungen und Drohnen, die sich viel besser vermarkten lassen.

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Die Kameraden sind geblieben, aber sie sind fest vorgegeben und sie haben alle die gleichen Fähigkeiten. Außerdem sind sie eigentlich nur ein Anhängsel, denn die einzige Anweisung, die ihr ihnen geben könnt ist ein bestimmtes Ziel auf Kommando auszuschalten. Ansonsten folgen sie euch einfach und schießen auf Gegner, wenn ihr mal wieder in ein offenes Feuergefecht verwickelt werdet. Das komplexe Befehlssystem von früher ist völlig verschwunden, aber das ist in den linearen Arealen sowieso überflüssig, denn alternative Lösungswege gibt es auch keine. Ihr könnt schon froh sein, wenn es in den Schlauchlevels hin und wieder mal möglich ist, eine Feindgruppe zu flankieren.

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Lautloses und unsichtbares Vorgehen war früher ebenfalls ein Kernelement des Spiels und das wollte man auch in Future Soldier bieten. Darum gibt es auch hier hin und wieder Missionen, in denen ihr keine Gegner alarmieren dürft. In solchen Fällen kommt dann die futuristische Tarntechnologie zum Einsatz, die es euch erlaubt, auch direkt durch das Blickfeld von Soldaten zu laufen ohne bemerkt zu werden. Wenn ihr jetzt denkt, dass das irgendwie aufgesetzt klingt, dann habt ihr völlig recht. Doch es wird noch besser, denn mit Stealth-Kills und Schalldämpfern könnt ihr zwar Gegner lautlos ausschalten, aber ihr könnt die Leichen nicht mal aus dem Sichtfeld der übrigen Gegner ziehen, was die komplette Stealth-Mechanik schnell als Alibi-Feature enttarnt.

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Während man die alten Tugenden also auf den Müll geworfen hat, nahm man es mit der Erfolgsformel von Call of Duty ziemlich genau. Der Anspruch musste der Action weichen, die man natürlich am besten mit jeder Menge Script-Sequenzen umsetzen sollte. Das geht so weit, dass man euch sogar in zahlreichen Rail-Sequenzen das Laufen abnimmt und euch nur noch auf die gescripteten Gegner schießen lässt, während ihr beispielsweise einen NPC durch die Gegend zerrt.

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Die Feuergefechte sind jetzt wesentlich dynamischer und es gibt auch ein Deckungssystem. Doch während Titel wie Gears of War 3 es schaffen, trotz aller Action noch eine gewisse Tiefe in die Gefechte zu packen, indem sie die Deckung zu einem elementaren Teil der Levels machen und auch die Gegner diese zu nutzen wissen, wird es in Future Soldier schnell zur drögen Pflichtaufgabe. Auch zusätzliche Gimmicks wie die Überwachungsdrohne, die Sensorgranate oder die Röntgensicht können daran leider kaum etwas ändern.

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Wenn schon das Gehirn eher wenig gefordert wird, dann sollte wenigstens die Action stimmen, aber in Ghost Recon: Future Soldier will einfach kein Spielelement so richtig überzeugen. Für einen Taktik-Shooter ist es viel zu simpel und für einen reinen Action-Titel fehlt es den Feuergefechten und dem Gunplay allgemein einfach zu sehr an Feinschliff. Die unspektakuläre Optik und die belanglose Story sind da sogar noch das kleinste Übel. Mit diesem Teil mag man zwar das Franchise für eine größere Spielergemeinde geöffnet haben, aber dafür hat man auch seine Identität geopfert. Als Fan der ersten Tom Clancy Spiele tut es mir leid, das sagen zu müssen, aber mit Future Soldier ist die Ghost Recon-Serie in der Belanglosigkeit des überfüllten Shooter-Genres angekommen.


*Ich habe die Kampagne mit einem Mitspieler im Koop beendet. Den Mehrspieler-Modus habe ich nicht gespielt.

2 Comments

  1. jensgameexperience Says:

    Herrje, das klingt aber gar nicht gut…hätte ich nicht gedacht, dass es so schlimm mit der (vermeintlichen) Zeitgeist-Anbiederei ist. Vielleicht sieht es im nächsten Teil wieder anders aus.

    • Wenn man mit anderen Erwartungen (und ohne Kenntniss der Vorgänger) an das Spiel herangeht, dann ist es womöglich für manchen Spieler noch ganz okay. Ich wünsche mir aber, dass die Serie sich wieder an ihre Wurzeln erinnert.

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