Puzzle-Plattformer sind inzwischen ein ziemlich stark besetztes Genre und obwohl kaum ein Titel auch nur in die Nähe des (kommerziellen) Erfolgs von LIMBO oder Braid gekommen ist, erscheinen regelmäßig neue Genre-Vertreter. Auch der Franzose Jérémie Peulet (aka Studio DeadEnd) ließ sich von besagten Genre-Hits zu einem eigenen Spiel inspirieren. Bereits seit über vier Jahren arbeitet der Entwickler-Neuling an Heartbeat und mit Hilfe der Community soll nun der letzte Feinschliff erfolgen.

Die schlichte 2D-Grafik erinnert vor allem auf Screenshots an so manchen Flash-Titel und Amateur-Projekte, aber beim Spielen der Demo relativierte sich dieser erste Eindruck schnell. Es ist natürlich viel Luft nach oben und darum sollen ja auch u.a. professionelle Grafiker angeheuert werden, doch auch so erfüllt die Optik durchaus ihren Zweck. Es ist nicht hässlich, sondern einfach an vielen Stellen noch recht grobschlächtig. Animationen und die Klangkulisse laufen ebenfalls noch ein wenig auf Sparflamme, aber auch dieser Makel lässt sich mit etwas mehr Zeit und ein wenig finanzieller Hilfe leicht beheben. Viel wichtiger sind ja ohnehin die Inneren Werte und da kann Heartbeat definitiv punkten.

Das Herzstück des Spiels ist eine zwar nicht gänzlich neue aber dennoch interessante Wurf-Mechanik. Dem namenlosen (?) Protagonisten wurde offenbar das Herz gebrochen und fortan kann er sich selbiges nun aus der Brust reißen und durch die Gegend werfen. Doch damit nicht genug, auf Knopfdruck kann er es auch zurückrufen, woraufhin es einem Bumerang gleich durch (beinahe) alle Hindernisse hindurch zu ihm fliegt. Auf diese Weise können dann beispielsweise Schalter umgelegt und Maschinen aktiviert werden. An anderen Stellen wird aus dieser Fähigkeit wiederum eine Art Kletterhaken oder ein Teleporter. Im Laufe des Spiels trefft ihr natürlich auf zahlreiche Gefahren und Hindernisse, deren Überwindung immer wieder neue Varianten der Fähigkeit erfordern. Eines haben dabei alle gemeinsam, wenn er zu lange von seinem Herzen getrennt ist, stirbt er.

Viel mehr als besagte Puzzles solltet ihr zumindest in der Demo jedoch nicht erwarten, denn die Story oder weitere Spielelemente sind hier leider nicht enthalten. Man bekommt aber trotzdem einen guten Eindruck von der allgemeinen Atmosphäre, der Stilrichtung und vor allem der Kernmechanik. Und selbige machte mir als altem Genre-Fan wirklich Spaß und darum hoffe ich sehr, dass sich noch möglichst viele an der Indiegogo-Kampagne für Heartbeat beteiligen oder wenigstens die Demo anspielen. Doch unabhängig vom Ausgang der Kampagne – die übrigens ein flexibles Ziel hat – ist Jérémie Peulet fest entschlossen, sein Herzensprojekt fertigzustellen. Auch dann, wenn es noch Jahre dauern sollte und er auf die Hilfe von Profis verzichten muss.

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