Am Demo-Dienstag werfe ich künftig einen Blick auf spielbare Demos und Prototypen von interessanten Indie-Games. Einzige Bedingungen: das Spiel ist noch nicht erschienen und die Demo ist öffentlich zugänglich, damit auch ihr es anspielen könnt.

Die wirklich guten Spiele auf Basis des altbekannten RPG-Makers kann man wohl an einer Hand abzählen und trotzdem ertrinkt Steam inzwischen in einer Flut aus völlig belanglosen Pseudo-RPGs. Für das kommende Horror-Game Fleshforward habe ich meine Skepsis aber mal über Bord geworfen und mir trotzdem die Demo angeschaut.

Hinter dem Projekt steckt das Italienische Indie-Team Linked Rooms Games und das hat offenbar eine besondere Schwäche für die klassischen Resident Evil Spiele der 90er. Fleshforward wirkt nämlich – zumindest in der Demo – in vielerlei Hinsicht geradezu wie ein Fangame zum zweiten Teil der bekannten Capcom-Serie. So findet ihr euch mitten in der Nacht in einem menschenleeren Polizeirevier wieder und die Straßen um das Gebäude herum sind von zahllosen Untoten bevölkert, die scheinbar ziellos umherwandern. Ohne eine Ahnung, wie es dazu kommen konnte, schleicht ihr vorsichtig durch die verwüsteten Gänge und sucht nach Überlebenden und vor allem nach einer Waffe.

Genau wie Capcoms Helden-Duo Claire und Leon geht ihr dabei eher etwas gemächlich vor. Feste Kameraperspektiven gibt es hier zwar nicht, aber die für den RPG-Maker übliche Vogelperspektive und die recht hakelige Steuerung sind für ein flottes Gameplay ähnlich ungeeignet. Waffen sowie Vorräte sind rar gesät und speichern ist natürlich nur in den Saferooms möglich. Das hat aber auch seine Vorteile, denn so kann Fleshforward schon mal nicht zu einer Action-Orgie verkommen und muss sich auf Dinge wie Atmosphäre und Storytelling konzentrieren. Und das gelingt ihnen in der Demo auch zumindest in Ansätzen schon ganz gut. Zusätzliche Mechaniken wie etwa ein Schleich-System, Schlösser knacken und Crafting sollen das Projekt zudem noch stärker vom Einheitsbrei der RPG-Maker-Gemeinde abheben.

Vom brillanten Pixel-Horror eines Lone Survivor ist Fleshforward sicher noch weit entfernt, aber als Fan der alten Resident Evil Spiele bin ich von der Grundidee durchaus angetan und mit mehr Zeit, mehr eigenen Assets und vor allem der erhofften Kickstarter-Finanzierung könnte daraus ein leckerer Gruselhappen werden.


Die Demo zu Fleshforward ist rund 20 bis 30 Minuten lang, etwa 95 MB schwer und kann kostenlos auf itchio heruntergeladen werden. Linked Rooms Games auf Twitter / Facebook

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