Nach dem ernsten Point & Click Thriller Cognition starten die Phoenix Online Studios nun in ihrer neuen Funktion als Publisher einen Angriff auf eure Lachmuskeln. In Supreme League of Patriots, dem Erstlingswerk vom britischen Entwickler No Bull Intentions, parodiert man Superhelden und nimmt nebenbei alles aufs Korn, was gerade in die Szene passt.

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Hauptfiguren der insgesamt drei Episoden sind die Kumpels Kyle und Melvin, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Kyle steht mehr als gut im Futter und ist nicht unbedingt der Hellste. Melvin ist wiederum ein schlaksiger Brite mit Verstand und bissigem Humor. In der ersten Episode dreht sich alles um Kyles Auftritt bei America’s Got Superpowers. In dieser etwas anderen Casting-Show werden Superhelden mit echten Superkräften gesucht und Kyle hofft, mit einem besonders patriotischen Outfit zu punkten. Dummerweise ist beim Waschen des Kostüms etwas schiefgelaufen und so ist aus dem geplanten Uncle Sam schließlich der Purple Patriot geworden.

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Zu Beginn schaut ihr euch ein wenig im Apartement um und lernt die beiden etwas besser kennen, ehe ihr euch in Richtung Bühne aufmacht. Unterwegs macht ihr dann jedoch noch einen Abstecher zum Polizeipräsidium, wo Mel als IT-Administrator arbeitet. Ein kleines Gespräch mit der Kollegin, die offenbar ebenfalls ein geheimes Leben als Superheldin plant und etwas PC-Arbeit später seid ihr dann aber endlich im Studio angekommen. Dort warten insgesamt drei Prüfungen auf euch, in denen ihr die Jury von eurem Potential als Superheld überzeugen müsst.

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Da Kyle jedoch außer seinem Kostüm keinerlei Attribute eines echten Superhelden vorweisen kann, müsst ihr auf einige Tricks zurückgreifen, um euer Ziel zu erreichen. In klassischer Adventure-Manier Pointed und Klickt ihr euch also durch die Szenen, sammelt Gegenstände ein und setzt sie an der richtigen Stelle ein. Im Vergleich zu den meisten Adventures fällt dieser Part allerdings nicht allzu anspruchsvoll aus. Statt auf fordernde Rätsel und vielschichtige Charakteren setzt Supreme League of Patriots nämlich vornehmlich auf Humor. Von Pop-Kultur über Politik bis hin zur TV-Landschaft bekommt hier jeder sein Fett weg. Die Gags sind zwar nicht immer originell oder gar scharfsinnig, aber Humor ist ja ohnehin eher Geschmackssache. Solange ihr also etwas mehr Hotshots und weniger hochgeistige Satire erwartet, habt ihr vermutlich euren Spaß, was nicht zuletzt an der gelungenen (und leider nur englischen) Synchronisation liegt.

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Die Optik ist zwar nur Genre-Durchschnitt und es gibt nur eine Handvoll Umgebungen, aber der Comic-Look kann die Detailarmut gut kaschieren und trägt durchaus zum entspannten Feelgood-Charakter des Spiels bei. Die erste Episode dient natürlich auch nur als Einführung in die Geschichte und darum möchte ich mich mit einer klaren Bewertung auch noch zurückhalten, bis ich die übrigen Episoden gespielt habe. Wer jetzt Lust auf das Spiel hat, aber von dem Episodenformat abgeschreckt ist, den kann ich beruhigen, denn es sind bereits alle Episoden erschienen.

Entwickler: No Bull Intentions | Publisher: Phoenix Online Studios
Genre: Adventure / Point & Click / Comedy | Plattform: Win / Mac / Linux
Preis: ca. 13 € direkt beim Publisher oder 15 € auf Steam. Einzelne Episoden kosten 6 €.
Release: Januar 2015 | Website

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