Das Tower-Defense-Genre erfreut sich zwar spätestens seit Plants vs. Zombies recht großer Beliebtheit, aber trotz der unzähligen Genre-Vertreter gibt es kaum einen Titel, der mal von der bewährten Formel abweicht. Selbst das grandiose Defenders Quest unterscheidet sich im Kern recht wenig von der Konkurrenz. Dass es aber auch ganz anders geht, das bewiesen 2011 die polnischen 11 bit Studios, die in Anomaly Warzone Earth das Tower-Defense-Konzept komplett auf den Kopf stellten.

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Statt wie gewohnt Wellen von Gegnern mit diversen Verteidigungsanlagen zu dezimieren, wechselt ihr hier ins Lager der Angreifer und müsst eure wenigen Truppen mit begrenzten Mitteln durch die feindlichen Linien lotsen. Eine ebenso simple wie geniale Idee, die nicht nur frischen Wind ins Genre bringt, sondern verdammt viel Spaß macht.

Vor dem Hintergrund eines Alien-Angriffs auf die Erde, bei dem plötzlich außerirdisches Kriegsgerät in Baghdad und Tokyo landet, übernehmt ihr also die Führung des menschlichen Gegenschlags. Dieser besteht jedoch nicht aus einer riesigen Armee, sondern aus einem kleinen Team und euch, dem Commander, da alle anderen Angriffe kläglich an dem gigantischen Schutzschild der Invasoren scheiterten. Zu Beginn (fast) jeder Mission stellt ihr euch daher ein kleines Team zusammen, das sich ins Feindesland schleichen und die Aliens quasi von innen besiegen soll. Oft müsst ihr dabei einfach nur von A nach B kommen, aber hin und wieder bekommt ihr auch zusätzliche Aufgaben wie etwa die Zerstörung bestimmter Ziele, die Verteidigung von Verbündeten oder ein Zeitlimit.

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Welche Truppen ihr aussucht hängt dabei sowohl von der Mission als auch dem Budget ab, da ihr zu Beginn stets nur wenige Ressourcen habt. Wenn ihr euch dann aber Stück für Stück durch die Straßen der verwüsteten Städte gearbeitet und die ersten Türme erledigt habt, bekommt ihr neues Geld und könnt damit entweder euer Team erweitern oder aber bestehende Einheiten aufrüsten. Euer Arsenal umfasst insgesamt sechs verschiedene Einheiten, die sich u.a. durch ihre Reichweite und die Panzerung unterscheiden. Neben den vier Kampfeinheiten wie der Artillerie oder dem schweren Panzer gibt es aber auch noch zwei Support-Vehikel, die zwar keine Waffensysteme besitzen, aber euch beispielsweise einen zusätzlichen Schutzschild bieten.

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Euch gegenüber stehen die fest verankerten Verteidigungssysteme der Aliens, die im Laufe des Spiels nicht nur zahlreicher, sondern auch immer ausgefeilter werden. In den ersten Missionen habt ihr es lediglich mit einfach Lasertürmen zu tun, aber schon bald kommen spezialisierte Systeme dazu, die zum Beispiel mehrere Einheiten gleichzeitig angreifen oder besonders weit schießen können. Zum Glück habt ihr aber jederzeit eine praktische Karte zur Hand, auf der alle Feinde eingezeichnet sind, so dass ihr eure Route immer wieder neu anpassen und manchmal auch einfach bestimmten Einheiten aus dem Weg gehen bzw. sie von einer anderen Richtung aus attackieren könnt.

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Das allein erfordert zwar schon einiges an Taktik, richtig interessant wird es aber erst durch den Commander. Im Gegensatz zu den restlichen Truppen kann der sich nämlich frei auf dem Schlachtfeld bewegen und den Trupp auf vielfältige Art und Weise unterstützen. Er verfügt über vier verschiedene Power-Ups, ohne die euer Team keine Chance hat, die besonders stark verteidigten Areale zu durchqueren. Sie werden auf Knopfdruck an der Stelle aktiviert, an der sich der Commander gerade befindet, wo sie dann für wenige Sekunden Feinde und Freunde beeinflussen können. Das einfachste und zugleich wichtigste Power-Up ist natürlich die Reparatur, mit der ihr eure Truppe nach (oder auch während) einem harten Gefecht wieder auf Vordermann bringen könnt. Mit dem Köder könnt ihr außerdem für kurze Zeit die Feinde ablenken und mit dem Schild lässt sich der erlittene Schaden innerhalb eines bestimmten Radius kurzzeitig reduzieren. Eure letzte Option ist ein Luftschlag, mit dem ihr gezielt bestimmte Aliensystem ausschalten könnt.

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Das ist insbesondere dann wichtig, wenn ihr auf Anlagen trefft, die den Commander beeinflussen. So gibt es u.a. Gegner, die euch zum Ziel eurer eigenen Truppen machen oder gar eure Power-Ups gegen euch verwenden. Der Haken bei der Sache? Ihr habt natürlich nur eine begrenzte Zahl an Power-Ups und ihr bekommt nur durch die Zerstörung von Feinden und an strategisch wichtigen Punkten Nachschub. Es will also gut überlegt sein, wo und wann ihr welches Power-Up einsetzt und gerade dieses ständige Abwägen zwischen dem Schutz eurer Truppen und dem Sparen wertvoller Power-Ups hält euer Hirn ständig auf Trab.

Das Zusammenspiel all dieser kleinen Features motiviert von der ersten bis zur letzten Mission und macht Anomaly: Warzone Earth zu einem Pflichtkauf für Taktiker. Dank des innovativen Spieldesigns, einer überraschend stimmigen Technik sowie diverser Zusatzmodi und einem Preis von teils weit unter 10 € können aber auch Strategie-Neulinge kaum etwas falsch machen.

Entwickler / Publisher 11 bit Studios | Release: April 2011
Genre: Reverse Tower-Defense / Strategie / 2.5D
Plattform: PC / PS 3 / Xbox 360 / Mac / Linux / iOS / Android / Blackberry
Preis: ca. 2,50 € mit Box bei Amazon oder ca. 8 € im Entwickler-Store (DRM-free + Steam)
oder ca. 10 € auf Steam bzw. PSN / Xbox Live
Pad Support: ja | Website

Getaggt mit: 11 bit studios, 2.5d, android, download, games, indie, ios, konsole, linux, mac, pc, ps3, review