Indie-Review: A Walk In The Dark

teaser a walk in the dark flying turtle pc sBereits vor über zwei Jahren habe ich hier ein paar Zeilen zu Flying Turtle Softwares A Walk In The Dark gepostet und meine Vorfreude zum Ausdruck gebracht. Damals war die Zukunft des Spiels noch ungewiss, da das Indie-Studio aus dem wirtschaftlich gebeutelten Portugal dazu gezwungen war, sich mit Freelance-Arbeiten über Wasser zu halten und somit kaum Zeit für das eigene Projekt blieb. Doch das Team hat auch diese Hürden genommen und das Spiel pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2012 veröffentlicht. Es wurde also langsam Zeit, dass ich mich auch endlich mal mit dem fertigen Spiel beschäftige.

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Mein erster Eindruck lies mich damals an einen klassischen Plattformer mit düsterer Optik denken, aber genau genommen stecken in A Walk In The Dark gleich drei verschiedene Spiele, die jeweils ein Drittel der insgesamt 100 Levels ausmachen und immer wieder wechseln. In einem Teil des Spiels steuert ihr die Katze in traditioneller Manier eines Plattformers durch diverse Levels voller Gefahren. Genau wie bei Super Meat Boy endet dabei jeder Kontakt mit den Gegnern, Fallen und Co. direkt mit dem Ableben der Spielfigur, das hier mit einem tollen Effekt inszeniert wird. Dann müsst ihr zurück zum Anfang und es erneut probieren, was in den späteren Levels sehr, sehr oft passieren wird. Entsprechend wichtig ist es, dass euch der Neustart nicht auch noch mit nervigen Wartezeiten bestraft und darum lassen euch die Entwickler auch im Bruchteil einer Sekunde den nächsten Versuch wagen. Im Verlauf des Spiels werden die zunächst einfachen Hindernisläufe dann auch noch mit zusätzlichen Elementen erweitert, wie z.B. Plattformen, welche die Schwerkraft verändern.

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Der zweite Teil des Spiels ist im Grunde ein Endless-Runner, nur dass die Levels hier eben auch ein festes Ende haben. Zu Beginn des Levels fängt die Katze also automatisch an zu rennen und ihr müsst nur noch in den richtigen Momenten die Sprung- oder Duckentaste drücken, um den Hindernissen auszuweichen und die optionalen Pickups einzusammeln. Wie üblich kommt es hier einfach nur auf Timing und gute Reflexe an, wenn man das Ende der kontinuierlich schwerer werdenden Levels zu erreichen. Gerade diese Passagen dürften die Spielergemeinde spalten und können später auch schon mal für etwas Frust sorgen.

Die dritte Mechanik fordert zwar auch wieder euer Geschick, aber hier müsst ihr auch etwas mehr mit dem Kopf arbeiten. In diesen Abschnitten spielt ihr die Besitzerin der Katze, ein junges Mädchen, die zwar auf Knopfdruck die Schwerkraft des Levels auf den Kopf stellen, aber nicht springen kann. Wer also Terry Cavanagh’s Indie-Hit VVVVVV gespielt hat, der weiß ganz genau, was ihn hier erwartet.

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Eine richtige Story gibt es leider nicht und die einzelnen Spielelemente sind sicher alles andere als neu, aber A Walk In The Dark kombiniert sie mit einer einwandfreien Steuerung, stilvoller Optik und einem schönen Soundtrack, sodass Jump & Run-Fans auf der Suche nach einer echten Herausforderung auf jeden Fall zugreifen sollten.

Publisher/Entwickler: Flying Turtle Software | Genre: Plattformer / 2D | Plattform: PC
Release: Dezember 2012 | Pad Support: ja | Offizielle Website
Preis: ca. 5 € (DRM-free + Steam) direkt beim Entwickler oder ca. 6 € auf Steam |


About Poly

Roberto (aka Poly) hat Polygonien 2012 gegründet, weil er der Indie-Szene etwas zurückgeben und auf die vielen Perlen aufmerksam machen wollte. Er ist mit dem Mega Drive aufgewachsen, hält den Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten und besitzt viel zu viele Videospiele. Er ist Co-Admin von Sega-DC.de, schreibt Gast-Artikel für befreundete Games-Blogs und hilft auf Buy Some Indie Games aus.

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