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Beendet: Kane & Lynch: Dead Men

Publisher: Eidos | Entwickler: IO Interactive (DK)
Plattform: PC / Xbox 360 / PS 3 | Genre: Shooter | 3rd-Person
Release: November 2007 | Preis: unter 10 €

Ich habe einen ziemlich ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und das zeigt sich auch immer wieder in Videospielen. Heute ist es ja in fast jedem RPG so, dass man bis zu einem gewissen Grad gut oder böse sein kann, aber eigentlich entscheide ich mich am Ende doch immer wieder für die gute Seite. Lediglich für ein paar Achievements lasse ich mich hin und wieder auch mal für die andere Seite begeistern.

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Wenn man euch nicht die Wahl lässt, dann zwingt man euch in der Regel in die Rolle des strahlenden Helden, der die Welt rettet und die bösen Buben erledigt. Es gibt aber auch Titel, in denen man euch ohne Alternativroute direkt auf den dunklen Pfad schickt und euch ganz offen zum Bösewicht macht (z.B. Overlord). Da sich die echte Welt aber oft nur schwer in gut und böse einteilen lässt, versuchen manche Spiele, euch auf diesem schmalen Grat zwischen hell und dunkel wandeln zu lassen. Das ist erzählerisch alles andere als einfach, dafür aber auch deutlich interessanter (und menschlicher) als die übliche Geschichte des Weltenretters, finde ich.

Damit solche Geschichten funktionieren, braucht es natürlich Charaktere, die Persönlichkeit haben und deren Motive nicht schon nach dem Intro geklärt sind. Mit Kane und Lynch haben IO Interactive – die schon den Hitman erschaffen haben – in der Anfangsphase der auslaufenden Konsolengeneration genau solche Charaktere geschaffen. Zwei Anti-Helden, die weder cool noch attraktiv sind und immer wieder von ihrer düsteren Vergangenheit heimgesucht werden.

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Früher war Kane Mitglied einer Söldnergruppe namens The 7, doch nach einer Mission in Venezuela werden sie getrennt und er landet mit der Todesstrafe im Gefängnis. Kurz darauf holen ihn zwar seine alten Weggefährten raus, doch von hier an wird alles nur noch schlimmer für ihn. The 7 erklären ihm, dass sie die Beute von damals wollen, die er ihnen angeblich gestohlen hat und als Druckmittel haben sie seine Familie in ihrer Gewalt. Frau und Tochter hatten zwar eigentlich schon längst mit ihm abgeschlossen, doch Kane kann und will sie nicht im Stich lassen. Damit Kane keine Dummheiten versucht, wird ihm gleich noch der psychopathische Lynch als Wachhund zur Seite gestellt und so werden die beiden zu Partnern wider willen.

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So beginnt für die beiden eine Odyssee, die sie rund um den Globus führt und von einem Feuergefecht ins nächste treibt. Leider sind besagte Kämpfe zugleich das Kernelement des Spiels und seine größte Schwäche, was wohl der Hauptgrund für den mäßigen Erfolg des Spiels sein dürfte. Die Mechanik hat offensichtliche Mängel, die ich gar nicht schönreden will. Da wäre zum Beispiel das passive Deckungssystem, welches nicht immer das macht, was man gerade will und auch das Waffenhandling oder die KI sind nicht optimal. Zu allem Überfluss hatte Epic genau ein Jahr zuvor mit Gears of War auch noch die Blaupause für den perfekten Deckungsshooter abgeliefert, was die Spieler schließlich nur noch kritischer auf die Mängel von Kane & Lynch blicken ließ.

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Trotzdem habe ich mich gern durch die Geschichte gekämpft, denn was die Spielmechanik an Motivation vermissen lässt, gleichen andere Elemente des Spiels zumindest teilweise wieder aus. Allen voran sind es die beiden Anti-Helden, die mit ihren Dialogen und natürlich ihren Handlungen dafür sorgen, dass sie stets interessant bleiben und sich von den üblichen Figuren der Shooter-Welt wesentlich abheben. Sie stellen immer wieder das Verhalten des jeweils anderen in Frage und es herrscht stets eine gewisse Spannung zwischen den beiden. Charaktere, Zwischensequenzen und die pessimistische Grundstimmung fügen sich einfach zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Mit einem Freund könnt ihr übrigens auch im lokalen Koop die Kampagne spielen und so auch mal in die Rolle von Lynch schlüpfen, was tatsächlich auch inhaltlich ein paar Stellen interessante Änderungen mit sich bringt.

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Die Umgebungen sind zwar technisch oft nur gehobenes Mittelmaß, aber dafür bieten sie genügend Abwechslung und einige sehr ausgefallene Schauplätze. So seilt ihr euch später an der Fassade eines gläsernen Wolkenkratzers ab, um die Fensterfront eines Büros in den oberen Stockwerken zu sprengen. Anschließend nehmt ihr den Fahrstuhl nach unten und liefert euch auf den Straßen Tokyos Gefechte mit der Polizei. Wer Michael Manns Klassiker Heat gesehen hat, der wird diesen Abschnitt sicher nicht so schnell vergessen. Für eine andere Szene ließ man sich wiederum von Manns Collateral inspirieren und verwickelt euch in einem gut besuchten Nachtclub in eine Schießerei.

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Viele waren von Kane & Lynch sehr enttäuscht, aber für mich persönlich ist es eine der besten Serien dieser Generation. Durch die schwächen im Gameplay und die recht kurze Spieldauer kann man es nicht uneingeschränkt empfehlen, aber wenn ihr, so wie ich, hin und wieder auch einfach die Vision hinter einem Spiel bewundern und über die Probleme in der Umsetzung hinwegsehen könnt, dann könnte euch Kane & Lynch positiv überraschen. Insbesondere dann, wenn ihr Heat und Collateral zu euren Lieblingsfilmen zählt.

*Neben dem Koop-Modus gibt es auch noch einen gelungenen Online-Modus namens Fragile Alliance. Darin verübt ihr gemeinsam mit anderen Spielern Raubzüge und versucht mit möglichst viel Geld zum Fluchtfahrzeug zu gelangen. Die Polizei wird dabei von der KI gesteuert und mit der Beute kann man sich bessere Ausrüstung beschaffen. Ein interessantes Element ist die Tatsache, dass ihr auch eure Mitspieler verraten könnt, indem ihr sie ausschalten und mit deren Beute entkommt. Trotz des interessanten Konzepts ist der Mehrspieler-Modus jedoch schon lange tot.

2 Comments

  1. jensgameexperience Says:

    Vielleicht sollte man dem Spiel doch noch mal auf dem PC eine Chance geben. Auf der PS3 zumindest war es technisch derart eine Katastrophe, dass mir der Spaß vergangen ist. Wenn es während des Zielens und der Gefecht ruckelt und zuckelt wie sonstwas, ist das nicht sehr motivierend.

    • Ich hab es damals auf der 360 durchgespielt und kann mich da nicht an Performance-Probleme erinnern. Jetzt hab ich es noch mal auf dem PC beendet und auch da war die Performance einwandfrei. Dafür hatte ich allerdings 1-2 kleinere Bugs, mit denen ich aber Leben konnte.

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