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Autor: Frank Magdans | Verlag: Schüren Verlag | Sprache: Deutsch
Seiten: 256 | Release: 2008 | Preis: ca. 10 € | ISBN: 3894725397

Nach den englischsprachigen Büchern „Masters of Doom“ und „Rise of the Videogame Zinisters“ gibt es jetzt auch mal eine Games-Lektüre auf Deutsch. „Game Generations“ wurde von Frank Magdans geschrieben und erschien 2008 über den Schüren Verlag. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Buchvorstellungen geht es hier aber nicht um ein spezielles Thema innerhalb der Spielebranche, sondern der Autor widmet sich ganz allgemein den Videospielen, ihrer Geschichte und den Entwicklern.

Auf den ersten Seiten des Buches beschäftigt sich Magdans mit der Entstehung des Mediums, wobei er den Weg von den ersten Spielereien auf Oszillographen über die frühen Heim-Computer bis hin zum Siegeszug der Konsolen nachzeichnet. Als Ergänzung dazu wirft er anschließend einen kurzen Blick auf einige Meilensteine des Mediums. Leider wird schon in diesem ersten Abschnitt des Buches klar, dass es sich in erster Linie an Einsteiger richtet, die hin und wieder mal ein Spiel spielen, sich ansonsten aber eher wenig mit dem Medium und seinen Hintergründen beschäftigen. Es werden zwar viele Dinge angesprochen, aber der Autor geht selten ins Detail, so dass es am Ende leider nicht mehr als ein grober Überblick bleibt.

Den größten Anteil des Buches machen die Interviews aus. Auf gut 150 Seiten kommen viele Leute zu Wort, die an der Entwicklung erfolgreicher Titel beteiligt waren. Einige davon haben schon längst die Branche gewechselt und andere gelten bis heute als Aushängeschilder des Mediums. Unter den Gesprächspartnern finden sich sowohl Pioniere wie Ralph Baer (Magnavox Odyssey), Richard Garriott (aka Lord British, Ultima) und Peter Molyneux (Bullfrog, Lionhead) als auch Stars der heutigen Spieleszene wie z.B. David Cage (Heavy Rain, Beyond) oder Jade Raymond (Assassin’s Creed). Leider sind die Interviews recht kurz geraten und die Fragen sind meist ziemlich allgemein und oberflächlich gehalten, was dazu führt, dass die Antworten nur selten wirklich neue Einblicke gewähren.

Nach den Interviews folgt ein Abschnitt mit drei kurzen Star-Porträts zu Hideo Kojima (Konami, Metal Gear), Shigeru Miyamoto (Mr. Nintendo, Mario) und Will Wright (Maxis, Die Sims, SimCity), die sich leider allesamt aus altbekannten Fakten zusammensetzen. Das anschließende „Interview“ mit Lara Croft sollte vermutlich witzig sein, aber für mich war es eher zum Fremdschämen. Die übrigen knapp 50 Seiten werden dann unter dem Titel „Zwischen Gestern und Heute“ mit einem leidlich spannenden Sammelsurium aus Abstechern in die Retro- und Indie-Szenen sowie einem Blick auf die deutschen Lernspiel-Entwickler gefüllt.

Für Vollzeit-Nerds wie mich, deren Leidenschaft sich schon längst nicht mehr auf das bloße Spielen beschränkt, dürfte „Game Generations“ wohl nur an der Oberfläche kratzen, aber wenn ihr gerade erst damit anfangt, euch für die Geschichte und die Hintergründe dieses wundervollen Mediums zu interessieren, dann kann man das Buch für kleines Geld (max. 10 €) durchaus mal mitnehmen.

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