Indie-Review: LOVE

Als Kind der 16-Bit-Ära konnte ich mich mit den Urvätern der Videospiele nie so richtig anfreunden. Während Master System und NES mich durchaus auch heute noch mit dem einen oder anderen Spiel vor dem Fernseher halten können, wirken die simplen Titel des ATARI 2600 einfach zu steinzeitlich auf mich. Umso erstaunlicher also, dass ich mit Fred Wood’s Retro-Plattformer LOVE trotzdem meinen Spaß hatte.

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LOVE ist sozusagen ein Liebesbrief an das legendäre ATARI aus den 70er und 80er Jahren und das zeigt sich nicht nur im authentischen Look des Covers. Auf den ersten Blick ist es ein simpler Plattformer, wie es sie zu jener Zeit zu hunderten gab: nur zwei Farben pro Level, Pixel so groß, dass ihr sie mit dem bloßen Auge zählen könnt und ein pechschwarzer Hintergrund. Doch Wood hat es geschafft, dem Spiel auf subtile Art einen modernen Touch zu geben, ohne damit den authentischen ATARI-Stil zu verlieren.

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So ist die Steuerung direkt und geradezu makellos, wie man es von Super Meat Boy kennt und nach jedem der unzähligen Bildschirmtode geht es ohne Unterbrechung weiter. Doch nicht nur der schnelle Neustart lindert etwas den Schmerz, wenn man zum x-ten Mal den teils recht kniffligen Sprungpassagen zum Opfer fällt. Ihr habt außerdem die Möglichkeit, an jeder Position des Levels einen Checkpoint zu setzen, so dass ihr euch nicht immer wieder durch den halben Level kämpfen müsst, bevor ihr euch wieder an eurer persönlichen Hasspassage die Zähne ausbeißt.

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Mit diesem Hilfsmittel ist es also nur eine Frage der Zeit, bis ihr das Ende des Spiels erreicht. In LOVE geht es aber auch gar nicht darum, ob ihr das Ende erreicht, sondern vor allem darum, wie schnell und fehlerfrei ihr das schafft. Am Ende des Spiels erhaltet ihr daher eine Statistik und eine Bewertung eures Durchgangs, die auf der Zahl eurer Tode, den gesetzten Checkpoints und natürlich der benötigten Gesamtzeit basiert.

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LOVE ist eines dieser Spiele, die man einfach immer wieder mal für 20-30 Minuten anwerfen kann, um ein wenig am Score und den eigenen Fertigkeiten zu feilen, bis man irgendwann die Levels im Schlaf durchwandern kann. Besonderes Lob verdient außerdem der Soundtrack (im Spielordner zu finden) von James Bennett, der die Melodien von damals gekonnt ins Jetzt holt.

Bei einem Preis von nur 3 € ist Fred Wood’s LOVE also ein echter Pflichtkauf für Retro-Fans und Highscore-Jäger.

Publisher/Entwickler: Fred Wood | Plattform: PC / OUYA
Genre: Plattformer / Retro / 2D | Release: September 2012 | Pad Support: ja
Preis: ca. 3 € auf Steam oder ca. 2,50 € auf Desura


About Poly

Roberto (aka Poly) hat Polygonien 2012 gegründet, weil er der Indie-Szene etwas zurückgeben und auf die vielen Perlen aufmerksam machen wollte. Er ist mit dem Mega Drive aufgewachsen, hält den Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten und besitzt viel zu viele Videospiele. Er ist Co-Admin von Sega-DC.de, schreibt Gast-Artikel für befreundete Games-Blogs und hilft auf Buy Some Indie Games aus.

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