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Indie-Review: Technobabylon

Das Indie-Studio Technocrat Games dürfte wohl nur wenigen ein Begriff sein, obwohl sie vor gut zwei Jahren bereits mit dem frechen Nancy the Happy Whore and the Perfidious Petrol Station für ein wenig Aufsehen sorgen konnten. Ihr aktuelles Adventure hört auf den Namen Technobabylon, ist mit etwas Hilfe der Adventure-Experten von Wadjet Eye Games (Blackwell-Serie) sowie dem begnadeten Pixelartist Ben Chandler entstanden und ist der klare Beweis dafür, dass sie sich mit den besten des Genres messen können.

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Wie der Name schon andeutet, widmet sich Technobabylon dem Cyberpunk und spielt daher im Jahr 2087 in der futuristischen Stadt Newton. Diese Hightech-Metropole scheint auf den ersten Blick ein leuchtendes Beispiel für die Vorzüge modernster Technologien zu sein, doch wo Licht ist, da ist oft auch jede Menge Schatten. Während andere Megacities ihre Stromnetze, den Verkehr und dergleichen von Computern optimieren lassen, ging Newton gleich mehrere Schritte weiter und entwickelte Central, eine revolutionäre KI, die nun 24h am Tag über die Stadt wacht und nahezu alles kontrolliert. Computer-Implantate, genetisches Engineering und Automatisierung in allen Lebensbereichen sind längst Normalität. Gleichzeitig leben viele Menschen immer zurückgezogener, da sie den Cyberspace, hier Trance genannt, der realen Welt vorziehen.

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Die allmächtige Central-KI kümmert sich natürlich auch um die Verbrechensbekämpfung und zu diesem Zweck unterstehen ihr die sogenannten CEL-Agents. Zu dieser Truppe hochspezialisierter Ermittler und Polizisten gehört auch das ungleiche Duo Charlie Regis und Max Lao. Obwohl der etwas griesgrämige und altmodische Charlie und die junge, technikaffine Max kaum unterschiedlicher sein könnten, verbindet sie eine enge Freundschaft. Diese wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als Charlie von einem Unbekannten erpresst und von seiner tragischen Vergangenheit eingeholt wird. Etwa zur gleichen Zeit entgeht die Trance-Süchtige Latha nur knapp einem Anschlag und nur kurze Zeit später sollen sich die Wege dieser drei Menschen zum ersten Mal kreuzen.

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Ich muss zugeben, dass diese Ausgangssituation nicht unbedingt neu ist, aber daraus entwickelt sich sehr schnell eine komplexe Geschichte voller Überraschungen, die spannender kaum sein könnte. Ob ihr nun gerade an einem Tatort ermittelt, einen zwielichtigen Trance-Den besucht oder in einem Gewächshaus nach Hinweisen sucht, man hat nie das Gefühl, gerade nur den belanglosen Weg zwischen zwei bedeutenden Ereignissen zurückzulegen. Eine ausgewogene Mischung aus neuen Informationen zur Geschichte und kniffligen Aufgaben lässt einfach kaum Platz für Langeweile.

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Die zahlreichen Aufgaben im Spiel sind nicht nur stets logisch aufgebaut, sondern auch nachvollziehbar in die Geschichte eingebettet. Da werden die synthetischen Gehirne von Androiden manipuliert, schwer bewaffnete Soldaten im MacGyver-Stil überlistet und Attentäter von ihrem Vorhaben abgebracht und nichts davon wirkt irgendwie aufgesetzt. Das Thema Cyberpunk spielt natürlich auch beim Design der Puzzles eine Rolle und so müsst ihr auch immer wieder in die Trance (also den Cyberspace) wechseln, um Maschinen und elektronische Systeme zu hacken oder mit Personen zu interagieren. Als würde das noch nicht reichen, gibt es oft sogar mehrere Lösungswege. An einer Stelle müsst ihr beispielsweise in ein Lokal gelangen, aber der Türsteher lässt euch nicht rein. Um doch Zugang zu erhalten, könnt ihr ihm entweder einen Gefallen tun, nach einem alternativen Eingang suchen oder ihn überlisten. Wenn ihr als nach rund 12-14h die Credits gesehen habt, gibt es sogar ein paar Gründe direkt noch einen zweiten Durchgang zu starten.

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Dank des äußerst talentierten Ben Chandler ist außerdem jede Location in Newton eine absolute Augenweide für SciFi-Fans und Pixelart-Liebhaber. Eure Ohren werden zugleich von einem großartigen Soundtrack verwöhnt, der seinen Teil zur ganz eigenen Stimmung in Technobabylon beiträgt.

Das Highlight dieses ohnehin schon grandiosen Adventures sind aber ohne jede Frage die tollen Charaktere, die mit erstklassig vertonten Dialogen und schönen Portraits zum Leben erweckt werden. Charlie, Max und Latha sind nicht einfach nur sympathisch, sie sind ungewöhnlich, vielschichtig und gleichzeitig unterhaltsam. Doch nicht nur die drei spielbaren Hauptfiguren sind bemerkenswert, auch viele der Nebenfiguren sind nicht einfach nur Füllmaterial, sondern haben ihre eigene Identität und ein paar interessante Gespräche auf Lager. Ein ganz besonderes Lob muss ich an dieser Stelle auch für die Vielfalt der Figuren aussprechen. So düster Newton in mancher Hinsicht auch sein mag, unsere heutigen Schwierigkeiten mit unterschiedlichen Hautfarben und Themen wie Trans- und Homosexualität hat man in dieser Hightech-Stadt spürbar überwunden.

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In der Indie-Szene erlebt der Cyberpunk, eines meiner absoluten Lieblings-Settings, gerade ein kleines Revival, doch obwohl Titel wie Murder (Peter Moorhead), The Last Night (Soret-Brüder) oder Void and Meddler extrem vielversprechend aussehen, dürfte es für sie schwer werden, Technobabylon noch zu übertrumpfen. Von der Story über die Charaktere bis hin zur Optik stimmt hier einfach alles.

Entwickler: Technocrat Games | Publisher: WadjetEye Games
Genre: Adventure / Point & Click / Cyberpunk / 2D | Plattform: Win | Spielzeit: ca. 12-14h
Preis: ca. 15 € auf Steam oder ca. 13,50 € via Humble.
Release: Mai 2015 | Website | Demo

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