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Indie-Review: Hektor

Auf den ersten Blick mag sich Hektor kaum von all den anderen Ego-Horror-Adventures der letzten Zeit unterscheiden, aber das kleine Team von Rubycone Games hat sich ein Feature einfallen lassen, das ihren Debüt-Titel deutlich von der Konkurrenz abheben soll. Wie auch schon in Daylight und Monstrum soll der Zufall dafür sorgen, dass der Spieler sich ständig bedroht und verunsichert fühlt. Auf dem Papier ein tolles Konzept, aber insbesondere Daylight ja hat gezeigt, dass die Umsetzung gar nicht so einfach ist.

screenshot hektor rubycone schreibtisch

Als Hintergrund dient in Hektor mal wieder eine unterirdische Bunkeranlage, die einst Schauplatz rätselhafter Experimente und Forschungen war. Der Protagonist ist jedoch nicht einfach nur ein unbeteiligter Besucher, sondern offenbar selbst eines der Versuchskaninchen gewesen und versucht nun, der Anlage zu entkommen. Auf eurem Weg durch die finsteren und verlassenen Gänge des Bunkers ist von den kaltblütigen Wissenschaftlern zwar nichts mehr zu sehen, aber diverse Notizen von Testpersonen und Wärtern machen schnell klar, dass sie ihre Forschungen weit jenseits von Moral und Ethik durchführten.

Allein seid ihr aber dennoch nicht, denn irgendwann erblickt ihr in den Schatten unheimliche Kreaturen. Die wirken zunächst ungefährlich, doch wenn ihr ihnen nicht aus dem Weg geht, dann stoßen sie schrille Schreie aus, die nicht nur eure nerven strapazieren, sondern auch ein Monster anlocken. Da ihr absolut wehrlos seid, bleibt euch in diesen Momenten nichts anderes übrig als loszurennen und zu hoffen, die Bestie irgendwie im Labyrinth aus Gängen und Räumen abschütteln zu können.

screenshot hektor rubycone im schatten

Das ist aber noch nicht mal euer einziges Problem, denn der Protagonist kämpft gleichzeitig auch gegen die eigene Psyche. Wenn ihr nicht regelmäßig Pillen einwerft, dann fangen die Mauern um euch herum langsam an, zu wabern und euer Sichtfeld verwandelt sich allmählich zu einem Drogenalbtraum. Das schaut zwar klasse aus, aber die Orientierung wird dadurch zunehmend schwieriger und die Kreaturen entdeckt man dann oft erst, wenn es schon zu spät ist. Doch es wird sogar noch schlimmer. Der labile Verstand sorgt auch dafür, dass sich die Architektur immer wieder verändert. Wo eben noch eine Kreuzung war ist einige Sekunden später vielleicht eine Sackgasse und wer sich immer für die gleiche Richtung entscheidet, der findet sich schnell in einer Endlosschleife wieder.

screenshot hektor rubycone pillen

Eigentlich hat Hektor also alles, was für einen schrecklich schönen Horrortitel nötig ist, oder? Nicht ganz, denn die Umsetzung der an sich guten Ideen lässt etwas an Feinschliff vermissen. Das Hide & Seek-Konzept geht ohne entsprechende Möglichkeiten sich zu verstecken (wie z.B. in Alien Isolation oder Monstrum) nicht auf und verliert viel von seinem Reiz, wenn man merkt, dass es weniger um Können als um Glück und Zufall geht. Überhaupt hat man oft das Gefühl, nicht wirklich die Kontrolle über das Geschehen zu haben, was leider nicht an der gelungenen Drogenoptik oder der wechselnden Architektur liegt. Es ist einfach oft unklar, ob und wie die Pillen wirken oder wie man mit den Kreaturen umgehen soll. Wirklich frustrierend ist das zwar selten, aber es reißt einen doch ein Stück weit aus der Spielwelt.

screenshot hektor rubycone boxes

Selbige ist insbesondere im ersten Drittel sowohl atmosphärisch als auch optisch gelungen, aber dann hat man sich doch ein wenig an den immer wieder ähnlich aussehenden Räumen und Korridoren satt gesehen, was leider auch der dynamische Aufbau der Umgebung nur bedingt ändert. Dieser Umstand ist aber sicher auch ein wenig den bescheidenen Ressourcen des Indie-Studios geschuldet. Außer dem Erkunden der Umgebung und dem Versuch, den Monstern auszuweichen gibt es leider auch kaum etwas zu tun. Hier muss mal ein Schalter gedrückt werden und dort wollen Objekte gesucht werden, aber richtige Puzzles oder andere Aufgaben sucht ihr vergeblich. So wandelt das Spiel immer irgendwo zwischen atmosphärischem Walking-Simulator und Stealth-Horror ohne dabei wenigstens einen der beiden Ansätze konsequent umzusetzen. Genau wie sein Protagonist kämpft Hektor also gewissermaßen mit sich selbst und daher kann ich bei einem Preis von 20 € und einer Spielzeit von knapp 3h leider keine klare Empfehlung aussprechen.

Entwickler: Rubycone | Publisher: Meridian 4
Genre: Horror / Walking Simulator / 1st-Person | Plattform: Windows / Mac
Release: März 2015 | Pad Support: ja | Offizielle Website
Preis: ca. 15 € (mit Coupon) via GMG oder 20 € via Steam

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