Indie-Review: The Maker’s Eden – Act 1

the makers eden act 1 teaser s borderEs gibt Spiele, die ziehen dich schon in den ersten Minuten ganz tief in ihre Welt und The Maker’s Eden ist genau solch ein Spiel, oder zumindest fast. Eigentlich ist Screwy Lightbulbs Debüt-Titel nämlich viel mehr ein interaktiver Film Noir als ein klassisches Spiel.

Ihr öffnet eure Augen und findet euch in einer Art Kapsel wieder. Hinter dem trüben Glas des Sichtfensters erblickt ihr einen Mann und eine Frau, als sich plötzlich die Kapsel öffnet. Die beiden unterhalten sich aufgeregt, während ihre Augen euch voller Neugier betrachten. Offenbar sind sie von diesem Aufeinandertreffen genauso überrascht wie ihr. Schließlich ergreift ihr das Wort und fragt sie, was hier eigentlich los ist. Es stellt sich heraus, dass ihr offenbar ein Android seid und euch irgendjemand in dieser Kapsel zurückgelassen hat.

the makers eden act 1 screenshot gartley

Da ihr euch weder an eure ID noch an eure zugewiesene Aufgabe erinnern könnt, beschließen die beiden, die Behörden anzurufen, damit man euch abholt und neu kalibriert. Doch irgendwas in eurem Innern sagt euch, dass dies nicht die beste Option ist und als ihr dann auch noch eine versteckte Nachricht entdeckt, ist das nicht nur das Signal zur Flucht, sondern auch der Anfang einer ausgesprochen spannenden Suche nach der eigenen Identität.

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Wenn sich vor eurem geistigen Auge jetzt Action-geladene Szenen mit viel Geballer, fliegenden Retro-Taxis und einem unbarmherzigen Regime abspielen, dann muss ich euch leider enttäuschen, denn The Maker’s Eden ist quasi das Gegenteil eines Action-Spiels. Die fliegenden Retro-Taxis und das Regime gibt es aber sehr wohl und das ist noch längst nicht alles. Spielerisch kann man es am ehesten als eine Mischung aus Adventure und Visual Novel bezeichnen, wobei der Fokus eher auf letzterem liegt. Eure Aktionen beschränken sich daher im Wesentlichen auf den Wechsel der (zumeist statischen) Szenerie, Gespräche mit NPCs und sehr einfach gehaltene Rätsel. Wem also The Walking Dead oder Heavy Rain schon zu wenig „Spiel“ war, der wird sich hier schnell langweilen.

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Wenn ihr jedoch eine Schwäche für gute (Sci-Fi-) Geschichten habt, euch an stilvoller Comic-Optik erfreuen könnt und eure Ohren gern mit einem exzellenten Soundtrack verwöhnt, dann nimmt euch schon nach wenigen Klicks die Atmosphäre gefangen und lässt euch erst wieder gehen, wenn der Abspann läuft.


Screwy Lightbulb plant insgesamt 3 Episoden von The Maker’s Eden und mit einem einmaligen Kauf erhaltet ihr Zugriff auf alle Episoden. Die erste Episode ist mit ca. 1,5h leider ziemlich kurz, aber zwischen den neuen Episoden gibt es zumindest noch Mini-Episoden (wenige Minuten lang), in denen ihr mehr über die Spielwelt und die anderen Charaktere erfahrt. Wer noch unentschlossen ist, der sollte unbedingt die Demo spielen.

Publisher/Entwickler: Screwy Lightbulb
Genre: Visual Novel / Adventure / 2D | Plattform: PC / Mac / Linux
Release: Juli 2014 | Pad Support: nein | Offizielle Website | Demo
Preis: ca. 7 € (DRM-free + Steam) via Humble oder ca. 9 € auf Steam


About Poly

Roberto (aka Poly) hat Polygonien 2012 gegründet, weil er der Indie-Szene etwas zurückgeben und auf die vielen Perlen aufmerksam machen wollte. Er ist mit dem Mega Drive aufgewachsen, hält den Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten und besitzt viel zu viele Videospiele. Er ist Co-Admin von Sega-DC.de, schreibt Gast-Artikel für befreundete Games-Blogs und hilft auf Buy Some Indie Games aus.

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