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Experimentell: Spate

Spate ist eines dieser Projekte, die es ohne Crowdfunding vermutlich nie gegeben hätte. Die sehr surreale Aufmachung und die negative Grundstimmung sind leider eher selten Elemente, mit denen man Publisher für sich begeistern kann. Und dass Eric Provan, der Schöpfer von Spate, noch nie zuvor ein Spiel gemacht hat (dafür hat er bei Sony als Modeler u.a. an Alice und Spider-Man gearbeitet), ist auf der Suche nach einem Geldgeber sicher auch nicht gerade hilfreich.

screenshot spate pc indie platformer art robot

Spate erzählt die Geschichte von Detective Bluth, einem gebrochenen Mann, der auf mysteriöse Weise seine einzige Tochter verlor und sich daraufhin in die grünen Fänge des Absinth flüchtete. Als ihn dann auch noch seine Frau verließ, weil sie es nicht mehr ertragen konnte, hatte er nichts mehr zu verlieren und nahm einen selbstmörderischen Auftrag an. Die Suche nach einem vermissten Geschäftsmann führt ihn schließlich zu den Pearl Islands, die nach einer ungeklärten Katastrophe nur noch als X Zone bekannt sind. Natürlich wusste Detective Bluth, dass ihn in der X Zone nicht gerade ein Urlaubsparadies erwarten würde, doch was er dort zu sehen bekommen sollte, hätte er sich selbst im größten Rausch nicht vorstellen können.

screenshot spate pc indie platformer art cemetery

Dabei ist Spate eigentlich genau das: ein visueller Rausch. Während man sich seinen Weg über die Inseln sucht, macht man Entdeckungen, wie sie vielleicht auch schon Vincent van Gogh oder Edgar Allan Poe gemacht haben, nachdem sie sich, genau wie Detective Bluth, dem Absinth ergaben. Ihr passiert fliegende Bäume, begegnet monströsen Fischen und schließt Freundschaft mit verwirrten Robotern, die allesamt ebenso sonderbar wie schön sind. Dadurch fällt es auch schon nach kurzer Zeit sowohl dem Protagonisten als auch dem Spieler schwer, zwischen Realität und Halluzination zu unterscheiden und ihr kommt ins Grübeln. Genau das ist sicher auch eines der Ziele von Provan gewesen. Mit kurzen Monologen der Hauptfigur gibt er euch immer wieder Hinweise, aber die Interpretation all dieser surrealen Begegnungen, die ein Schluck aus der virtuellen Flasche zum Teil noch verstärkt, überlässt er grundsätzlich euch.

screenshot spate pc indie platformer art airship

Manch einer kann mit dieser Art von offener Geschichte wenig anfangen und würde vielleicht sogar behaupten, dass der Entwickler damit nur einen Vorwand für seine wirren Ideen liefern wollte, aber andere werden wiederum gern grübeln und ihre eigenen Erklärungen für das Erlebte suchen. Das Gameplay lässt hingegen keine zwei Meinungen zu, denn das fällt leider äußerst simpel aus. Eric Provan bezeichnet sein Spiel als Mischung aus Dear Esther und Super Mario und beim Spielen wird schnell klar, dass Dear Esther hier den größeren Einfluss auf ihn hatte. Die Spielmechanik muss sich ganz dem Aufbau der schwermütigen Atmosphäre und der Geschichte unterordnen und dementsprechend werdet ihr in den 1,5 – 2 Stunden selten bis gar nicht gefordert.

screenshot spate pc indie platformer art cave

Wenn also für gewöhnlich die Herausforderung eure Antriebsfeder ist, dann werden euch die einfachen Hüpfpassagen, die kurzen Flugabschnitte mit dem spielerischen Anspruch eines Flappy Bird und die kleinen Physikspielereien schnell langweilen. Sollten euch aber eine dichte Atmosphäre und eine bizarre Ästhetik genauso viel Wert sein wie eine gelungene Spielmechanik, dann dürft ihr gern einen kräftigen Schluck aus Spates Flasche nehmen.

Publisher/Entwickler: Eric Provan / Ayyo Games | Plattform: PC / Mac / Linux
Genre: Platformer / Interactive Novel / Experimentell / 2.5D | Release: März 2014
Preis: 10 $ direkt beim Entwickler oder 10 € auf Steam
Website | Twitter

*Vielen Dank an Ayyo Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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