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Indie-Tipp: The Dungeoning

title screen the dungeoning

Obwohl das Konzept der Rogue-likes bereits seit den Achtzigern besteht, war es bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich in absoluten Hardcore-RPGs zu finden, die so weit vom Mainstream entfernt waren, dass sie größtenteils sogar auf Grafik verzichteten und stattdessen auf Ascii und Co. setzten. Doch inzwischen finden sich viele Aspekte dieser uralten Idee auch in wesentlich zugänglicheren Indie-Titeln wieder. Darüber mögen die echten Rogue-like Veteranen zwar die Nase rümpfen, aber alle anderen dürfen sich darüber freuen, denn dem Spielspaß hat es nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Auch bei The Dungeoning, dem ersten Spiel, das Nick Donnelly (aka Nickd3000) komplett allein entwickelt, diente dieser Klassiker (neben Dark Souls) als Inspiration für einen kurzweiligen Dungeon-Crawler.

screen pc the dungeoning door

Als namenloser Ritter in grauer Rüstung beginnt ihr eure Reise in einem Schloss, wo ihr hüpfend und Schwert schwingend den Weg zum Ausgang finden müsst. Mit jeder erreichten Tür kommt ihr der tiefsten Kammer des Dungeons näher, in der ein sagenumwobenes Artefakt darauf wartet, von einem wagemutigen Ritter gefunden zu werden.

Euer Weg dorthin ist natürlich von allerlei Monstern bewacht und mit Fallen gespickt, die jeden unvorsichtigen Helden eiskalt in den Tod schicken. Selbiger ist hier genauso endgültig wie im wahren Leben und so bleibt euch nach dem Ableben nur ein Neuanfang mit dem nächsten Ritter. Der muss sich durch ein komplett neues Schloss und die dazugehörigen Unterwelten kämpfen, denn mit jedem neuen Leben wird auch eine neue Spielwelt generiert.

screen pc the dungeoning beholder

Der sogenannte Permadeath mag nicht jedermanns Sache sein, aber er zwingt euch dazu, trotz des eher arcadigen Gameplays mit einer gewissen Vorsicht vorzugehen, wenn ihr das Ende des Spiels erreichen wollt. Zu Beginn sterbt ihr noch tausend Tode, doch mit der Zeit entwickelt ihr eure eigenen Taktiken und habt ihr irgendwann für jeden Gegner die passende Antwort parat. An mancher Stelle hilft euch auch die Umgebung und setzt dem Monster ein explosives Fass vor die Füße oder die Levelarchitektur lässt sich zu eurem Vorteil nutzen.

screen pc the dungeoning bomb guy

Die Grundidee von The Dungeoning ist ebenso simpel wie seine Optik, die, von ein paar netten Effekten abgesehen, vor allem durch Retro-Charme begeistern will. Wenn ihr eine Hintergrundgeschichte oder ein ausgefeiltes Skill-System als Motivation braucht, dann werdet ihr das Ende des Dungeons vielleicht nie erreichen, denn hier steht die Jagd nach dem Highscore an erster Stelle. Natürlich gibt es da noch das Loot, das hin und wieder auch mal neue Ausrüstung bereithält und ihr könnt ein paar Attribute aufleveln, aber darüber hinaus lockt euch höchstens noch die Neugier auf die nächste Umgebung tiefer in die Unterwelt.

screen pc the dungeoning staff

The Dungeoning befindet sich zwar noch in der Alpha-Phase, setzt das, was es sein will, aber schon recht gut um und ist weitestgehend frei von Bugs. In der jetzigen Version gibt es aber leider noch zu wenig zu entdecken, um langfristig motivieren zu können. Für einen kurzen Ausflug zwischendurch ist es aber immer gut und mit etwas Glück könnte daraus in den kommenden Monaten noch viel mehr werden.

Publisher/Entwickler: Nick Donnelly (aka nickd3000) | Plattform: PC / Mac / Linux(später)
Genre: Platformer / Action / Rogue-like / Dungeon-Crawler / 2D | Release: Oktober 2013
Preis: ca. 6 € auf itchio oder 9 € auf Desura | Website | Demo | Twitter | Greenlight

Vielen Dank an Nick Donnelly für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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