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Experimentell: Downfall

Entwickler: Remigiusz Michalski | Publisher: Screen 7
Genre: Adventure / Point & Click / Psycho-Thriller / 2D
Plattform: PC | Release: 2009 | Preis: ca. 3,99 € (inkl. OST)
Website | Greenlight

Wenn man vom Point & Click-Genre spricht, dann denken die meisten Spieler in der Regel an alte Klassiker wie Monkey Island und Day of the Tentacle. Manch einer nennt vielleicht noch einen Deadalic Titel wie z.B. Deponia, aber wohl nur die wenigsten Spieler verbinden mit dem Genre wirklich erwachsene oder gar brutale Spiele. Dabei ist das Genre auch für ernste Themen hervorragend geeignet, wie Cognition oder auch die Crowdfunding-Projekte Stasis und Fran Bow zeigen. Letzteres ist nicht einfach nur ernst, sondern teilweise geradezu verstörend und dem steht Downfall in nichts nach.

pc downfall reception

Auf den ersten Blick mag Downfall eher unauffällig wirken, doch hinter der Fassade des AGS-Titels versteckt sich ein waschechter Psycho-Thriller, der euch in Situationen versetzt und vor Entscheidungen stellt, die in ihrer Wirkung stellenweise an Telltale Games The Walking Dead-Serie erinnern. Der Anfang lässt euch noch an eine gewöhnliche Geister- bzw. Horrorgeschichte denken, doch schon nach dem ersten richtigen Rätsel wird klar, dass Downfall euch nicht einfach nur erschrecken. Es will vielmehr die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen, eure Moral herausfordern und zum Nachdenken animieren, und dafür ist es auch bereit, Grenzen zu überschreiten.

pc downfall quiet haven hotel

Joe und seine Frau Ivy finden sich in einer stürmischen Nacht in einem kleinen Kaff irgendwo im Nirgendwo wieder. Ivy leidet offenbar an Wahnvorstellungen, die immer schlimmer werden und so beschließt Joe, sie schnellstmöglich zu einem Arzt zu bringen. In ihrer Not steigen sie im unheimlichen Quiet Haven Hotel ab und hoffen, am nächsten Morgen endlich Hilfe zu bekommen. Die Ehe der beiden läuft offensichtlich nicht gut, aber dennoch sorgt sich Joe um seine Frau und dementsprechend erschrocken ist er, als sie am nächsten Morgen plötzlich verschwunden ist. Kaum hat er das Zimmer verlassen, um nach ihr zu suchen, findet er sich in einem Albtraum wieder. Die anschließende Suche nach ihr, gerät schließlich mehr und mehr zu einem Selbstfindungstrip, in dem ihr euch bis zum Ende immer wieder fragt, ob ihr gerade wirklich das Richtige tut.

pc downfall wallwriting

Im Laufe des Spiels erkundet ihr die verschiedenen Etagen des Hotels sowie einen kleinen Teil der Stadt und macht dabei auch Bekanntschaft mit einer Handvoll NPCs. Doch weder die verführerische Rezeptionistin noch der sogenannte Doktor wirken allzu vertrauenerweckend und von den übrigen Bewohnern will ich gar nicht erst anfangen. Einfach alles in dieser zwielichtigen Absteige ist von einer Aura des Bösen umgeben und diese tritt insbesondere bei den Rätseln zum Vorschein. Die Spielmechanik selbiger ist zwar absolut klassisches Point & Click (sammelt Objekte und nutzt sie miteinander und/oder an der richtigen Stelle), aber inhaltlich gibt es wohl kaum ein Adventure, das seine Geschichte derart schonungslos umsetzt.

pc downfall dinner

Die Big Player der Videospielwelt wollen uns zwar immer weismachen, dass man realistische Grafiken braucht, um sich in die Spielwelt versetzen und ehrliche Empathie empfinden zu können, aber Downfall zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass die richtige Präsentation keineswegs eine Frage der Polygonzahl oder der Auflösung ist. Nicht zuletzt durch die Limitierungen des altehrwürdigen Adventure Game Studios ist die Optik natürlich hoffnungslos veraltet, doch nach einer kurzen Zeit der Eingewöhnung entdeckt man immer mehr Details und lernt die zum Teil wirklich grandios gezeichneten Hintergründe zu schätzen. Ein großes Lob verdient auch der Soundtrack, der einen gewichtigen Teil zur herausragenden Atmosphäre beiträgt.

pc downfall room 201

Downfall kann beim Gameplay sicher nicht mit den großen Titeln des Adventure-Genres mithalten, aber das gleicht es mit seiner dichten Atmosphäre, der ebenso rohen wie kompromisslosen Inszenierung und der ungewöhnlichen Geschichte locker wieder aus. Es ist ein Paradebeispiel für die Stärken der Indie-Szene. Remigiusz Michalski, der Mann hinter dem Spiel, hat alles selbst erdacht und umgesetzt. Lediglich beim Soundtrack (der stammt von seinem Bruder Michal) sowie ein paar technischen Kleinigkeiten hatte er Hilfe und das merkt man dem Spiel einfach an. Natürlich hat es auch Nachteile, aber im besten Fall verleiht die Solo-Entwicklung dem Spiel auch Persönlichkeit, denn nur so kann man die ungefilterte und ursprüngliche Vision eines Game Designers erleben. Nicht zuletzt deswegen wird wohl so manche Spielszene noch einige Zeit in meinem Kopf verweilen und ein größeres Kompliment kann man einem Spiel eigentlich kaum machen.

4 Comments

  1. jensgameexperience Says:

    Da hast aber ein nette Perle ausgegraben, sieht sehr interessant aus!

  2. Ich finde, es gibt sogar recht viele erwachsene Titel und Serien in diesem Genre: Amerzone, die beiden Syberias, Post Mortem die beiden Still Life (alles Microids), die Baphomets-Fluch-Reihe, I Have No Mouth But I Must Scream oder jüngst die Walking-Dead-Serie fallen mir da auf Anhieb ein. Oder Cognition, über das Du ja auch schon mehrfach berichtet hast. Nur so als Alternativen für Interessierte.

    • Das stimmt, aber ich hab auch nicht behauptet, dass es die Spiele in dem Genre nicht gibt, sondern nur, dass wohl die meisten mit dem Genre eher lustige Titel wie Monkey Island verbinden. Hab ich mich wohl etwas zu unpräzise ausgedrückt ^^ Auf jeden Fall hast du da eine schöne Liste mit empfehlenswerten Titeln.

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