Experimentell: The Light / Svet

Entwickler: Sergey Noskov | Plattform: PC
Genre: Exploration | Adventure | Tech-Demo
Release: 2012 | Download | Steam Greenlight

Obwohl mit Titeln wie Metro 2033 oder The Witcher in den letzten Jahren einige wirklich herausragende Spiele aus Osteuropa kamen, hat die dortige Entwicklerszene keinen wirklich guten Ruf. Das hat auch durchaus berechtigte Gründe, aber die Osteuropäer holen auf und eines haben sie längst bewiesen, dass sie ein Paar Dinge bereits genauso gut oder sogar noch besser als die westlichen Entwickler können. Vor allem die unheimliche Atmosphäre verfallener Zivilisationen können sie virtuos in die virtuelle Welt übertragen. Das zeigt sich auch in Sergey Noskov’s The Light (in Russisch Svet).

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Mit seinem ersten Schritt in Richtung Game Design versetzt euch der Moskauer 3D-Artist in einen sozialistischen Betonbau und lässt euch durch die ebenso friedliche wie gespenstische Stille des verfallenen Gebäudes und seiner Umgebung wandern. Dabei wird schnell klar, dass The Light mehr als Unity Tech-Demo und weniger als Spiel zu betrachten ist. Als solche macht es auch einen hervorragenden Eindruck und landete im Februar sogar unter den Honorable Mentions der Unity DX 11 Competition.

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Dementsprechend protzt The Light zwar mit hübschen Lichteffekten, beschränkt sich bei den spielerischen Aspekten dafür aber auch auf ein Minimum. Mehr als umherlaufen und hüpfen könnt ihr nämlich nicht – selbst Türen öffnen sich automatisch – und die kleine Geschichte kann man aufgrund der Sprachbarriere – The Light ist komplett auf Russisch – leider nicht ganz nachvollziehen. Somit verschenkt das Ein-Mann-Projekt viel Potential, aber durch die Technik und die gelungene Atmosphäre ist dieser einsame Ort trotzdem einen kurzen Besuch wert.

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Aktuell scheint Noskov an einem Horror-Titel Namens Train zu arbeiten, aber es ist fraglich, ob das Projekt tatsächlich fertiggestellt wird und Informationen dazu sind kaum zu bekommen.

ACHTUNG: Der folgende Trailer zeigt die wichtigsten Abschnitte von The Light und sollte daher nur dann angeschaut werden, wenn ihr es definitiv nicht selbst ausprobieren wollt.


About Poly

Roberto (aka Poly) hat Polygonien 2012 gegründet, weil er der Indie-Szene etwas zurückgeben und auf die vielen Perlen aufmerksam machen wollte. Er ist mit dem Mega Drive aufgewachsen, hält den Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten und besitzt viel zu viele Videospiele. Er ist Co-Admin von Sega-DC.de, schreibt Gast-Artikel für befreundete Games-Blogs und hilft auf Buy Some Indie Games aus.

10 Comments

  1. grenzreiter

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    Na das sieht doch nach was aus! Ich werde das mal weiter verfolgen. Danke!


  2. Phinphins

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    Wo du gerade bei osteuropäischen Entwicklerstudios bist: Kam WarZ nicht auch aus der Richtung? ^^


  3. Phinphins

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    Ach sorry. Hatte mich so auf Metro fixiert 😀


  4. jensgameexperience

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    So manchmal ist Exploration für mich schon Spiel genug und das hier sieht doch wirklich sehr gut aus! Ein sehr schöner Tipp!
    Ansonsten weiß ich nicht, inwiefern/ob man die Qualität von Spielen wirklich einer Herkunftsregion zuordnen kann. Außerdem könnte sich ein Pole auch ziemlich darüber aufregen, mit Russen in einen Topf geworfen zu werden (und andersherum). Außerdem wird Mist in jedem Land produziert, oder? 😉
    BTW: The War Z ist doch kein osteuropäisches Spiel, nur weil der Produzent ein Russe ist! 😉


    • Roberto

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      Es gibt aber leider nur relativ wenig zu erkunden 😉

      Natürlich können auch westliche Entwickler Mist entwickeln, aber gerade aus Osteuropa kommen oder kamen halt auffällig viele Titel, die eher ungeschliffen und roh wirken und nur wenige, die wirklich AAA-Qualität haben. Dieses Vorurteil ist aus meiner Sicht daher durchaus verständlich.

      Wo kommt denn Hammerpoint Interactive wirklich her, wenn ich fragen darf? Im Netz will der Entwickler ja offenbar so wenig wie möglich über sich verraten.


      • jensgameexperience

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        Na ja, aber zu sehen gibt es schon was!
        Hammerpoint ist in L.A. angesiedelt und gehört Arktos, die – nach einem Blick auf deren Website – scheinbar international investieren. Viel Infos geben sie aber nicht preis, das stimmt. Keine Ahnung, ob bzw. wie viel russisches Kapital da drin hängt. Betrüger und unseriöse Entwickler gibt es doch über die Landesgrenzen hinweg, oder? Sogar Gearbox flunkert ordentlich für den schnellen Dollar.


  5. Francis

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    Von The Train gibt es inzwischen sogar bewegte Bilder zu sehen. 🙂 Sieht wieder extrem stimmungsvoll aus, die Lichtquellen und Partikeleffekte sind sehr authentisch. Ist einen Blick wert, zumal der Spieler diesmal auch mehr Interaktionsmöglichkeiten besitzt. Hier ist der Link: http://www.youtube.com/watch?v=O0du-89JemI


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